Was du über die neue Ära des Google Consent Mode V2 wissen musst 

Google Consent Mode? Ja, sicher. Jetzt ist die 2. Version herausgekommen. Genau… Aber was genau ist das? Und was bedeutet das für mich? Keine Sorge, damit du nicht ständig "ja, genau" sagst, um anschließend nach mehr Infos zu googlen oder die Aufgabe einem Techniker zu überlassen, klären wir in diesem Beitrag, was sich hinter dem Begriff "Google Consent Mode" verbirgt. Und da Version 2 bereits ab diesem März 2024 in Kraft getreten ist, halten wir dich über die Neuerungen auf dem Laufenden und darüber, was du tun solltest, um Probleme mit deiner Website oder deinen Kampagnen zu vermeiden. Denn ja, auch wenn es wie ein eher kryptischer Begriff erscheint, der nichts mit dir zu tun hat, wenn dein Unternehmen online präsent ist und du Tools wie Google Analytics oder Google Ads verwendest, bist du von den Neuerungen betroffen. 

Was ist der Google Consent Mode?

Beginnen wir mit den Grundlagen: Was ist der Einwilligungsmodus? Es ist praktisch Googles Art und Weise, zwei europäische Verordnungen einzuhalten: die GDPR, die Allgemeine Datenschutzverordnung, die 2018 in Kraft getreten ist, und die ePrivacy-Richtliniedie seit 2002 besteht und logischerweise mit den ständigen Neuerungen der digitalen Welt mehrmals überarbeitet wurde. 

Kurz zusammengefasst sollen diese beiden Verordnungen die Sicherheit und den Datenschutz der europäischen Internetnutzer gewährleisten. Das betrifft nicht nur europäische Unternehmen und Websites, sondern auch alle Unternehmen außerhalb der Europäischen Union, die auf europäische Nutzer abzielen. Ein in Kalifornien ansässiges E-Commerce-Unternehmen beispielsweise, das mit seiner Werbung Kunden aus einem Land innerhalb Europas ansprechen möchte, muss diese Vorschriften ebenfalls einhalten.

Google ist also gezwungen, seine Dienste anzupassen, und somit auch du. Zum einen, um die Nutzer gemäß den gesetzlichen Bestimmungen zu schützen, und zum anderen, um weiterhin die Möglichkeit zu bieten, Anzeigen zu personalisieren und ihre Vertreibung anhand von individuellen Nutzerdaten anzupassen, über die wir dank der Cookies verfügen. Welche Lösung Google dafür parat hält? Nutzer jedes Mal, wenn sie eine Website betreten, um ihr Einverständnis zu bitten, ihre Daten durch Cookies zu sammeln.

Was ist Google Consent Mode? by Stratewave

Ein kurzer Überblick zum Thema Cookies

Cookies, so nett das auch klingen mag, haben nichts mit deinen Lieblingskeksen zu tun. Das wissen wir inzwischen alle. Cookies sind ein kleines Stück Text, das von den einzelnen Websites an die Computer der Internetnutzer gesendet wird. Damit wird praktisch eine Verbindung hergestellt, die es ermöglicht, Nutzer zu identifizieren und ihre Gewohnheiten zu beobachten. 

Einerseits hört sich das nach Spionage an, weshalb die oben erwähnten Gesetze geschaffen wurden, andererseits können wir uns dadurch auf einer Website anmelden, zum Beispiel in deinem Amazon-Konto oder deinem Bankkonto, und müssen nicht jedes Mal unsere Anmeldedaten eingeben, wenn wir die Seite öffnen. An sich sind Cookies also nicht schlecht. Es gibt allerdings verschiedene Arten, unter anderem:

  • Cookies, die verwendet werden, um die IP-Adresse deines Browsers zu ermitteln, werden First Party Cookies genannt.
  • Die, die hauptsächlich dazu verwendet werden, die Gewohnheiten der Nutzer zu erkennen, werden als Third Party Cookies bezeichnet, da sie für Werbezwecke an Dritte weitergegeben werden. 

Wir könnten zu den Cookies noch mehr ins Detail gehenwollen allerdings nicht zu weit vom eigentlichen Thema abkommen, und die für Google Consent Mode wichtigen Cookies sind die beiden oben genannten.

Beispiel für einen Cookie-Banner

Was hat der Einwilligungsmodus von Google mit meinem Unternehmen zu tun?

Diese massive Sammlung von Daten, die zur Erstellung von Nutzerprofilen auf der Grundlage ihrer Interessen, ihres Standorts usw. verwendet werden können, haben zu einer Hyperpersonalisierung der digitalen Werbung geführt. Wenn du z. B. ein Sportgeschäft hast, kannst du Anzeigen erstellen, die nur denjenigen angezeigt werden, die sich nach dem, was wir aus den Cookies über sie wissen, wirklich für Sport interessieren. Auf diese Weise sind deine Anzeigen sehr viel rentabler, denn du zahlst nicht dafür, dass sie beispielsweise von deiner Nachbarin gesehen werden, die höchstens mit ihrem Hund spazieren geht und wahrscheinlich keine technische Kleidung kaufen möchte. Du zahlst dafür, dass sie von jemandem gesehen werden, der sich wirklich für Sport interessiert, vielleicht regelmäßig deine Website besucht und höchstwahrscheinlich einen Kauf tätigen wird. Das ist schließlich der Punkt, an dem du Gewinn erzielst.

Zurück zum Thema. Da die Nutzer natürlich auch ein Wörtchen dabei mitzureden haben, was mit ihren persönlichen Daten gemacht wird und was nicht, wurde die Verpflichtung eingeführt, sie vorab um Erlaubnis zu fragen. Wenn du also Google Analytics oder Google Ads nutzen möchtest, musst du um die Zustimmung der Internetnutzer bitten. Wenn ein Nutzer nicht damit einverstanden war, war es bisher eher kompliziert, Daten zu messen und Werbung zu personalisieren. 

Die Hintertür, die bis dato noch offen war, war der erweiterte Modus, was bedeutet, dass weiterhin Daten gesammelt wurden, allerdings anonym. Es werden also Modelle erstellt und Anzeigen auf der Grundlage dieser Modelle geschaltet. Natürlich sind diese nicht so präzise wie die Anzeigen, die auf der Grundlage der Informationen erstellt werden, die wir haben, wenn ein Nutzer unsere Anfrage akzeptiert. Wie genau das also funktioniert? Also, wenn wir eine Website öffnen, sehen wir prinzipiell nur den Banner, durch den um Einwilligung gebeten wird. Was wir nicht sehen, ist, dass dieser Banner mit einer Plattform verbunden ist, um die Informationen zu verwalten, einer CMP (Consent Manager Plattform), d. h. die erhaltenen Genehmigungen oder Ablehnungen, um zu konfigurieren, wie die Cookies funktionieren sollen, wenn sie aktiviert werden können.

Was ändert sich mit Consent Mode V2?

Soweit so gut. Um uns darüber klar zu werden, was sich in dieser Hinsicht von nun an ändert, haben wir uns hier noch einmal mit den Grundlagen beschäftigt. Was ist also jetzt neu? Zunächst einmal musst du den neuen Consent Mode implementieren, wenn du die Google-Dienste weiterhin für dein Unternehmen nutzen möchtest. 

Google gibt uns dafür zwei Optionen: 

  • Der Basismodus, der dem Nutzer die Möglichkeit gibt, die Datenerfassung zu akzeptieren oder abzulehnen und dir nur die Informationen über Nutzer übermittelt, die ihre Zustimmung gegeben haben.
  • Der erweiterte Modus gibt dem Nutzer die Möglichkeit, der Datenerhebung zuzustimmen oder sie abzulehnen, und übermittelt dir die Informationen über die Nutzer, die ihre Zustimmung gegeben haben. Für Informationen über die Nutzer, die ihre Zustimmung verweigert haben, gibt es einen Plan B.

Wie sieht der Plan B des erweiterten Modus in Google Consent Mode V2 aus?

Bei der Implementierung des Google Consent Mode V1 haben wir gesagt, dass es eine Option gibt, Anzeigen auf der Grundlage von anonymen Modellen zu erstellen, die von Googles Algorithmus erstellt werden, wenn ein Nutzer unsere Anfrage zur Erfassung seiner Daten ablehnt. Um diese Modelle zu erstellen, werden praktisch die Daten der Nutzer, die uns ihre Zustimmung gegeben haben, herangezogen und eine Schätzung vorgenommen. Wenn sich x Personen aus der Gruppe der Einwilligenden so verhalten, tun es wahrscheinlich auch x Personen aus der Gruppe der Verweigerer.

Das Nutzerverhalten auf deiner Website - Foto von Taras Shypka

Mit dem Google Consent Mode V2 und seinem erweiterten Modus können wir mehr Daten nutzen, damit der Google-Algorithmus diese anonymen Modelle für uns erstellt. Wie? Woher bekommen wir mehr Daten, wenn wir keine Berechtigungen haben? Es wird praktisch die Zeit genutzt, die der Nutzer braucht, um die Anfrage abzulehnen. In der Zwischenzeit werden sogenannte "cookieless pings" ausgelöst, die nur Informationen über den Gerätetyp, die Art der Umstellung, den Browsertyp, die Uhrzeit und das Land übermitteln. Da Google diese Informationen als nicht-identifizierend definiert, ist das erstellte Modell immer noch anonym, allerdings etwas nützlicher, wenn es um die Personalisierung deiner Anzeige geht.

So weit, so gut. Die Option auszuwählen, welche Art von Consent Mode V2 verwendet werden soll, ist jedoch nicht die einzige Neuerung.

Neue Parameter im Google Consent Mode V2

Mit dem Google Consent Mode V1 erhielten wir Informationen über zwei Arten der Zustimmung. Einerseits erfuhren wir durch den Cookie, ob der Nutzer zugestimmt hat, dass wir seine Daten für Analysezwecke verwenden, und andererseits, ob er zugestimmt hat, dass wir seine Daten für Werbung verwenden. 

Beim Google Consent Mode V2 werden diese Parameter nicht etwa durch andere ersetzt. Im Wesentlichen wird der Parameter “Werbung” genauer spezifiziert. Er wurde sozusagen um die Unterkategorien Werbezwecke und Remarketingzwecke ergänzt.

Abschließendes Fazit

An dieser Stelle hoffen wir, dass alles, was der Begriff Google Consent Mode und seine 2. Version beinhaltet, ein wenig klarer geworden ist. Woher du weißt, ob du nun handeln musst oder nicht? Ganz einfach: Nutzt du Google-Dienste wie Google Ads oder Google Analytics für dein Unternehmen und möchtest dies auch weiterhin tun? Dann bist du verpflichtet, Google Consent Mode V2 zu implementieren. Wenn du nicht ganz sicher bist, wie das technisch geht, kannst du diese Aufgabe einem Spezialisten überlassen, aber jetzt weißt du zumindest, worum es dabei geht. 

Auf diese Weise stellst du sicher, dass deine Marketingstrategie im Einklang mit dem Gesetz steht, und andererseits baust du auch Vertrauen bei deinen Kunden auf. Indem du deinen Kunden die Möglichkeit gibst, Cookies abzulehnen, bedeutet das nicht, dass du die Informationen verlierst, die du für die Erstellung von Anzeigen und die Generierung von Umsätzen benötigst. Es bedeutet, dass du transparent bist, was für treue Kunden ein wichtiger Faktor ist, wenn es darum geht, einen Kauf zu tätigen. Und mit den neuen Modi und Parametern, die wir erwähnt haben, hast du tatsächlich mehr Möglichkeiten, deine Kampagnen durchzuführen. Man muss sie nur an das neue digitale Umfeld anpassen.

Quellen

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